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Måstad auf Værøy
Foto Carl Schøyen









































Das alte Vogelfängerdorf
(von Dag Sørli)

Vor dem kalten Nordwind geschützt, schmiegen sich die Häuser von Måstad dicht an die steilen Berge - mit Blick auf das unendliche Meer. Und wenn der blaue Schatten der Berge
im Schutz steiler Berge
Måstad - im Schutz steiler Berge. Foto Dag Sørli
die alten Gebäude umhüllt, ist es an der Zeit, die Geschichte dieses unglaublichen Ortes auf dem Südzipfel der Lofotinsel Værøy zu erzählen.
Wie überall an der norwegischen Küste war die Nähe zu den ergiebigen Fischgründen Grund genug, sich niederzulassen. Doch der Wohlstand in Måstad kam nicht vom Fischfang allein. Die Menschen hier hatten auch die Berge - und dort nisteten Vögel, wahrhaft ein großer irdischer Schatz.






Berge

saftige Bergweiden
Mit Ausnahme der steil abfallende Felsen waren die Berge von Måstad bewachsen. Die zahlreichen Vogelscharen düngten das Gras und machten es saftig und nährreich. Hier ließ man die Schafe das ganze Jahr über weiden, das Wort Ganzjahresschafe trifft genau zu. Hier weit draußen am Meer, ist das Klima mild. Die Winter sind schneearm und kurz.
An den Hängen, wo die Schafe weideten, wurde auch Gras gemäht. Kaum jemand hatte so kümmerliche und schwer zugängliche Wiesen wie die Leute von Måstad. An vielen Stellen war es so steil, daß man sich beim Mähen anseilen mußte. Der Transport des Heus zum Hof war eine abenteuerliche Geschichte. Ein Pferd hat es wohl nie im Ort gegeben. So wurde das Heu in Säcke gepackt, die Steilhänge hinabgeworfen und im Boot zum Hof gebracht. Denn litten auch die Schafe in den Bergen keine Not, so brauchte man in Måstad doch Futter für die Kühe. Die meisten Familien hatten eine Kuh - die wohlhabenden zwei oder drei.




Auf den saftigen Bergweiden grasen jeden Sommer die Schafe. Die kleinen grünen Flecken waren zum Teil so steil, daß man sich beim Abernten oft anseilen mußte. Foto Dag Sørli

Vögel

Sport
Mit der Zeit machte
man einen Sport
daraus, zu den
schwierigsten und
steilsten Nestern zu
klettern, um Eier zu
sammeln. Trotzdem
passierte selten
etwas - die Eiersam-
mler sicherten sich
mit Seilen ab.
Foto Dag Sørli
Die schroffen Felsen am weiten Meer sind das Reich der Seevögel und damit die Speisekammer der Bewohner. Anfang Mai haben die Mantelmöwen ihre Eier gelegt. Am 28. Mai beginnen normalerweise die Dreizehenmöwen ihre drei grünbraunen Eier auszubrüten, und vor dem 12. Juni haben die "großen Möwen" - Tordalken und Trottellummen - ihr einziges, großes Ei auf einem nackten Felsvorsprung plaziert.
Delikatesse
Die Eier der kleinen Dreizehenmöwe waren eine
Delikatesse. Diese Vogelart machte sich an dem
Felsen auch am lautesten bemerkbar. Foto Dag Sørli
Junge Burschen und Männer sammelten Eier, um für Abwechslung auf dem Speisezettel zu sorgen. Diese Beschäftigung war aber auch eine Art Sport, bei dem es darum ging; die schwierigsten und unzulänglichsten Stellen aufzusuchen. Trotzdem waren Unfälle selten, denn die Leute von Måstad kannten sich in den Bergen aus und waren sich der Gefahren bewußt.
Zwei Runden gab es beim Eiersammeln. Dann wurden die Vögel in Ruhe gelassen. Zu Hause machten die Frauen Pfannkuchen mit vielen Eiern und wenig Mehl, denn man mußte so gut es ging sparen. Wurden die Eier der großen Möwen in feinen, trockenen Sand gelegt, hielten sie sich weit in den Herbst hinein - einige meinten sogar, man könnte sie bis Weihnachten aufbewahren.

Vogelnetze
Vogelnetze waren an den steilen Måstad-Felsen unerläßlich.
Gefangen wurden vor allem Tordalken und Trottellummen.
Foto Dag Sørli


Die Leute von Måstad fingen auch Vögel, u. a. des Fleisches wegen. Es war undenkbar, einen stürmischen Herbst und dunklem Winter entgegenzugehen, ohne wenigstens ein Faß mit gesalzenem Vogelfleisch auf dem Speicher stehen zu haben. Gefangen wurden die Tordalken und Trottellummen auf dem Wasser - mit Netzen. Außenstehende mögen dies heute Tierqälerei nennen. Das 1899 in Kraft getretene Jagdgesetz untersagte den Vogelfang mit Netzen.






Das Resultat des nächtlichen Fangs
Das Resultat des nächtlichen Fangs - hauptsächlich
eine Arbeit der Frauen und Kinder.
Foto Carl Schøyen

Statt dessen wurde das Abschießen der Vögel auf dem Vogelfelsen erlaubt. Doch die Leute von Måstad haben sich nie an dieses Gesetzt gehalten. Sie verwiesen auf die vielen verletzten Vögel, die einen elenden Tod starben, wenn man in einen Schwarm hineinschoß. Dies war für die Einheimischen Tierqälerei. Die Netzfänger konnten dagegen genau verfolgen, wenn ein gefiederter Zweibeiner ins Netz ging, sie holten das Tier heraus und machten das Leiden kurz. Jeder gefangene Vogel wurde voll verwertet. Man sollte die Schätze der Natur nutzen, aber nicht ausnutzen. Das war die Richtschnur der Inselbewohner.

Dieses Bild wurde um 1930 von Carl Schøyen in Måstad aufgenommen
Dieses Bild wurde um 1930
von Carl Schøyen
in Måstad aufgenommen



Der Papageitaucher (Fratercula arctica, auch Lund genannt) stand zuoberst auf dem Speiseplan der Leute von Måstad. Er wurde mit Hilfe der kleinen, spitzschnäuzigen Lundehunde gefangen, die nur zu diesem Zweck gehalten wurden. Auf Værøy nennt man sie "Måstadhunde". Denn nur in dieser straßenlosen Siedlung überlebte dieser norwegischer Vogelhund. Er gehört zum Leben der Bewohner dazu.
Den Vogelfang mit Netzen betrieben die Männer, den Fang mit Hund dagegen war das Metier der Frauen und Kinder, denn in der betreffenden Zeit waren die Männer meist auf Fischfang und nicht zu Hause. Das Fleisch der Vögel war das wichtigste Produkt, und dies behielten die Leute von Måstad selbst. Federn und Daunen wurden verkauft.
Man fing nur so viele Vögel, wie es für den eigenen Bedarf erforderlich war. Die Leute wußten, daß diese Tiere eine Ressource darstellten, die mit Umsicht genutzt werden mußte. Paradoxerweise geht heute, wo keine Vögel mehr gefangen werden, der Bestand zurück.




Die Vorzeit

Monrad Mikalsen
Monrad Mikalsen -
auch als "Monrad von
Måstad" bekannt, war
der letzte Bewohner
des Vogelfängerortes.
Foto Dag Sørli
Schriftliche Quellen zur Geschichte von Måstad sind nicht gerade reichlich vorhanden. Ein Ortsname, der auf -stad endet, geht gewöhnlich auf die Wikingerzeit zurück. Auf Måstad wurden auch nicht sehr viele Funde gemacht, doch der Ort dürfte schon vor der Winkingerzeit bewohnt gewesen sein. Die Hausfundamente in Eidet, unweit von Måstad, stammen aus der Zeit um 900 v. Chr., und die in Sanden (gegenüber von Måstad) entdeckten Höhlenmalereien sind 3000 Jahre alt.
Geschichten erzählt man sich in Måstad dagegen viel. Unter anderem soll ein König Mår hier gewohnt haben. Er hatte so viele Schafe auf den Bergweiden 300m über dem Ort, daß die letzten noch nicht zu sehen waren, wenn die ersten schon am Hofgatter ankamen. Eine unglaubliche Geschichte, die aber noch davon übertroffen wird, daß die Leute von Måstad ihre Steuern nicht wie in den Fisacherdörfern üblich mit Fischen bezahlten, sondern mit Loden- und Wollstoffen. Dies ist in schriftlichen Quellen belegt.
Schließlich geht aus den Steuerabrechnungen hervor, daß die Bewohner von Måstad nach der großen Pest (ca. 1350) ebenso viel Steuern bezahlten wie vor dem "schwarzen Tod". Also wurde Værøy entweder nicht von der Pest heimgesucht, oder der Boden war hier sehr wertvoll und die Nachfrage entsprechend groß. Der letztgenannte Grund ist dabei wohl der wahrscheinlichere.





Das Meer

Auf der Außenseite
Auf der Außenseite, zu offenen Meer hin,
war die Landzunge Månesodden wegen
Unterwasserschären gefürchtet. Foto Dag Sørli
Im Meer fande viele Bewohner von Måstad ihr Grab. Das Meer bot zwar viele Reichtümer, hatte aber auch seine Tücken mit Strömungen, Untiefen und Schären - und den gefährlichen Fallwinden, die vom Gebirge kamen. Viele erlitten Schiffbruch - so viele, daß man sich im Herbst die Frage stellte, wer wohl und nicht ob jemand im kommende Winter auf See bleiben würde. Zahlreiche Schiffsbrüche ereigneten sich dicht an Land - manchmal so nah, daß die Bewohner ohnmächtig Zeugen einer neuen Tragödie wurden. Zwei berüchtigte Stellen, wo oft ein Unglück geschah, waren Månesleia und Månesodden.

Der Hund

Lundehunden
Wäre der Lundehund in
Måstad nicht lebens-
notwendig gewesen,
gäbe es diese Rasse
wohl heute nicht mehr.
Foto Dag Sørli
Der Lundehud ist wohl das größte Geschenk, das die Leute von Måstad ihren Kindern und Kindeskindern hinterlassen konnten. Er ist nur wenig größer als eine große Katze, hat an jeder Pfote 6 statt 5 Zehen und kann sehr gut klettern. Beim Fang der Papageientaucher (Lunde) leistet er nützliche Dienste. Auf Værøy brüten diese Meeresvögel meist nicht in Höhlengängen unter dem Gras, sondern in den großen Geröllhalden. Der Lundehund kommt meist gut an diese Nester heran. Wegen der Ähnlichkeit mit dem Vierbeiner der Steinzeitmenschen kann der
Eleanore Christie
Mit Recht kann man sagen, daß
Eleanore Christie den Lundehund
vor dem Aussterben bewahrt hat.
Foto Carl Schøyen
Lundehund sicher als "Urhund" bezeichnet werden. Heute gibt es in Norwegen gut 600 Exemplare dieser besonderen und seltensten der 7 norwegischen Hunderassen. Alle haben ihre Urahnen in Måstad auf Værøy. Die Lundehunde haben eine dramatische Geschichte hinter sich. Mehrmals war die Rasse vom Aussterben bedroht, das erste Mal um die Jahrhundertwende, als man eine Hundesteuer in Höhe von 8 Kronen einführte. Das
Lundehundwelpen
Eine Hand voll Hunde: Die drei
sind gerade eine Woche alt.
Foto Carl Schøyen
war damals ein stolzer Betrag - und damit verschwand der Hund an den meisten Orten, nur nicht auf Måstad. Denn auf Værøy wußte man, daß die Leute von Måstad ohne den Hund nicht überleben konnten. Daher waren die sogenannten "Måstadhunde" auf Værøy von dieser Steuer befreit.
Im Zweiten Weltkrieg blieb auch Måstad nicht von der Hundestaupe verschont, und sämtliche Hunde auf der Insel starben. Zum Glück hatte jedoch die Züchterin Eleanora Christie in Hamar einige Exemplare in Verwahrung genommen. Nach dem Krieg kamen fünf von ihnen zurück nach Måstad - gerade rechtzeitig, denn kurz darauf fielen auch alle Lundehunde in Hamar der Staupe zum Opfer. Mit den fünf überlebenden Vierbeiner wurden weitergezüchtet, und heute kann von Aussterben nicht mehr die Rede sein. Die schwarz-weiße Variante gibt es allerdings nicht mehr.
Måstadhunde
Die "Måstadhunde" krochen zu den Nestern der Papageientaucher
im Geröll holten die Vögel heraus und brachten
ihren Besitzern den Fang. Foto Dag Sørli
Der Lundehund war also lebensnotwendig für die Leute von Måstad, fast jedes Kind hatte einen. Diese Art des Vogelfangs war wie gesagt die Aufgabe der Frauen und Kinder.
Jetzt werden keine Papageientaucher mehr gefangen. Der heutige Lundehund ist daher nicht mehr unbedingt ein Gebrauchshund, und die meisten leben bei Familien weiter südlich in Norwegen. Doch der scharfe Ton, die scheue Art, die Wachsamkeit und die besondere Körpersprache des Urhundes sind bei dieser Rasse erhalten geblieben.





Abwanderung

Schule
Foto Carl Schøyen
Die Leute von Måstad führten ohne Zweifel ein glückliches Leben unter den Bergen - ohne Straße, ohne elektrischen Strom und ohne Hafen. Sie lebten im Einklang mit der Natur, die wertvolle Schätze bot, aber auch ihre harten Seiten hatte. Ohne einen ordentlichen Hafen war dann das Schicksal der Ansiedlung besiegelt. Die Boote mußten auf den steinigen Strand gezogen werden. Als ab 1910 Motoren aufkamen, war dies nicht mehr ohne weiteres möglich. Die Leute von Måstad mußten von anderen Orten auf Værøy - Orten mit besseren Häfen - zum Fischfang ausfahren. Sie waren die ersten Pendler auf der Insel. Einige Jahre ging dies gut, doch dann zogen die Familien nach.
Das alte Dorf
Einst ein blühender Ort mit eigener Schule - heute
weniger als 50 Jahre später, stehen die Häuser leer.
Foto Carl Schøyen




1974 verließ der letzte Bewohner den einst blühenden Ort, wo bis zu 150 Menschen gewohnt hatten und wo es eine eigene Schule gegeben hatte.

Eine Epoche war zu Ende. Wenn der blaue Bergschatten die kleinen Häuser bedeckt, die noch am Strand stehen, schließt sich der Kreis gewissermaßen für Måstad - eine der ungewöhnlichsten kleinen Siedlungen, abgelegen im Norden Norwegens.






Der Name

Der Namensforscher Professor Oluf Rygh gibt an, der Name Måstad hänge mit dem männlichen Vornamen Mår oder Mås zusammen. "Mås" wurde auf Værøy übrigens noch bis in unsere Generation verwendet.
Landzunge
Die äußerste Landzunge heißt "Månes", der höchste Berg
"Måhorn". Die erste Silbe dürfte mit "Meer"
zusammenhängen... Foto Dag Sørli

Daß ein Ort (norw. -stad) nach einer Person benannt wurde, stellt nichts Ungewöhnliches dar. Doch bei dem Berg "Måhorn" und der Landzunge "Månes" bereitet eine solche Herleitung Schwierigkeiten. Außerdem gibt es mehrere "Månes" in Nordnorwegen und eine Reihe von Bergen, deren Name mit "Må" beginnt. Betrachtet man diese Landzungen und Berge, liegt eine andere Erklärung näher: "Mar" oder "mor" bedeutet im Altnordischen "Meer" - im modernen Norwegischen gibt es noch das Kompositum "marbakke" (wörtlich "Meeresabhang" d. h. die Stelle, wo es im Wasser tief wird).

Eine schlüssige Lösung hat man also noch nicht gefunden. Doch die Erklärung als "Ort am (großen, weiten) Meer" erscheint durchaus plausibel.

Kulinarisches

Meeresvögel ließen sich auf verschiedene Arten zubereiten. Hier einige Beispiele.

Papageitaucher im ganzen, frisch gekocht: Das Wasser mußte gut gesalzen sein. Wenn sich eine der Keulen leicht abtrennen ließ, war das Fleisch gar. Als Beilage gab es Fladenbrot mit Butter oder Kartoffeln. Als Nachspeise wurde meist ein Teller Saftsuppe mit Milchreis serviert.
Frauen
Foto Carl Schøyen
Papageitaucher gebraten: Nach dem Kochen wurde das Fleisch von den Knochen abgelöst und in einer braunen Sauce serviert. Die Bezeichnung "Braten" ist also eigendlich nicht richtig, aber so hieß es eben damals in Måstad.
Suppe: Die Zutaten waren meist Tordalkfleisch und verschiedene Gemüse.
Gebratene Papageitaucherküken:
Der junge Papageitaucher, fast flügge und mit einer ordentlichen Fettschicht unter der Haut, waren die große Delikatesse. Nach dem Rupfen wurden die Vögel ein paar Tage in Salzlake gelegt und dann gekocht. Anschließend wurde der Rücken aufgeschnitten. Zum Braten legte man die aufgeklappten Hälften in eine große Pfanne, zusammen mit ein paar Eßlöffel Wasser und viel Pfeffer. Darauf kam ein Deckel und ein schwerer Stein. Solch ein "Lundküken-Deckel" und ein "Lundküken-Stein" durften in keinem Haushalt in Måstad fehlen. Als dann Margarine erschwinglich wurde, konnte damit oder mit Schmalz gebraten werden. Richtig knusprig wurden die Küken im Backofen oder in der Bratpfanne.

Schiffsunglücke

In den strömungsreichen Fahrwassern der Måstad-Halbinsel gingen viele Boote und Schiffe unter. 1885 trug sich eines der häufigsten geschilderten Unglücke zu:
Um die Felseninsel Koppskjæret herum liegen viele große und kleine Schären, die nur bei Niedrigwasser sichtbar sind. Es war dunkel (gegen halb fünf nachmittags) und dichtes Schneetreiben, als das Boot von Bernt Leonard diesen gefährlichen Hindernissen zu nahe kam und kenterte. Ein Pflegebruder von Bernt, der 16-jährige Karl Kristensen ertrank. Bernt selbst konnte sich auf das kieloben treibende Boot retten.
Mit ablaufendem Wasser trieb es zur Untiefe Rokkholsflua und mit auflaufendem Wasser wieder zurück Richtung Küste. Der Schiffbrüchige war am Skiphalssand so nah an Land, daß der Mast den Grund berührte. Weil er aber nicht schwimmen konnte, klammerte er sich weiterhin am Kiel fest.
auf dem Weg zum Stall
Früh morgens auf dem Weg zum Stall. Foto Dag Sørli
Durch den Gezeitenwechsel trieb er erneut aufs Meer hinaus - und noch einmal wieder zurück. Erst gegen halb sieben morgens sahen die Bewohner von Nordland das Wrack und machten eilig ihre Boote klar. Draußen auf dem Wasser klammerte Bernt sich krampfhaft rittlings auf dem gekenterten Boot fest. Die Kleidung auf der Innenseite der Oberschenkel war abgescheuert, die Hände voller Risse und Wunden. Das Messer, das er ins Holz hatte stoßen können, um besseren Halt zu haben, lag auf dem Grund des Meeres. Trotzdem hatte er sich mehr als 12 Stunden über Wasser gehalten - eine schier unglaubliche Leistung.
Es heißt, in der gleichen Zeit habe eine alte Frau in Nordland im Sterben gelegen. Mehrfach habe sie diese Nacht ihrem Mann gesagt, er müsse hinausgehen und nachsehen, denn sie hörte deutlich Hilferufe aus tiefer Not. Der Mann hatte dies auch getan, aber weder etwas gehört noch etwas gesehen. So entdeckten erst die Bauersleute, die morgens in den Stall gingen, was sich auf dem Meer zutrug.

Måstad auf Værøy

Måstad ist am einfachsten mit dem Boot zu erreichen. Von Nordland auf Værøy führt aber ein markierter Pfad dorthin (mit einigen steilen Partien). Die Wanderung von Nordland nach Måstad an der Außenseite von Værøy dauert ca. 2 Stunden.
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Text und Idee: Dag Sørli
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